Borkenkäfer allgemein
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Allgemeine Informationen zum Borkenkäfer
Borkenkäfer Bäume findet man das ganze Jahr über. Anders als man vermuten könnte, machen auch tiefe Wintertemperaturen dem Buchdrucker und Kupferstecher nichts aus.
Im Winter befinden sich die Käfer in einer Winterruhe, entweder unter den Rinde (ca. 1/3 der Population), oder in der Waldboden Streu (ca. 2/3!!!). Die Borkenkäfer, die unter der Rinde überwintern, kann man bereits mit dem Wintereinschlag abschöpfen, um eine stärkere Ausbreitung im Frühjahr zu verhindern. Erkennen können Sie die befallenen Bäume an den abfallenden Rindenschuppen. Die Borkenkäfer, die in der Streu überwintern kann man leider nicht mehr erwischen.
Sobald die Temperaturen im Frühling mehrere Tage über 16,5° C liegen, beginnen die Altkäfer wieder mit dem Schwärmflug, um neue Bäume zu befallen. Dann erkennen Sie befallene Fichten auch wieder an den braunen Bohrmehlhäufchen am Stammfuß, starkem Nadelverlust, Abfallen der Rinde und grüner Nadeln, oder Rotfärbung der Kronen. Bitte arbeiten Sie diese Bäume so schnell wie möglich auf, um einen weitreichenden Schaden für die Wälder zu verhindern. Aus einer befallenen Fichte können so viele Borkenkäfer ausfliegen, dass 50 umliegende Fichten befallen werden können!
Auch im Herbst ist die Entwicklung der Borkenkäfer stark Wetter abhängig. Das Schwärmende des Buchdruckers wird grundsätzlich durch die Tageslänge gesteuert. Wenn die Tageslänge unter 14,7 Stunden fällt (bei uns ab ca. Mitte August), bremst das Schwärmen ab. Allerdings können anhaltend hohe Tagestemperaturen (über 23 °C) diesen Effekt abschalten und die Buchdrucker den Schwärmflug fortsetzten.
Die Larven und Puppen entwickeln sich sogar noch bei Temperatunren über 8,3 °C weiter, so dass bei einem langen warmen Herbst die Entwicklung zu einem fertigen Jungkäfer abgeschlossen werden kann.
Wir bitten Sie in Ihrem eigenen Interesse Ihre Wälder regelmäßig (im Winter 1 x pro Monat, im Frühling - Sommer und Herbst alle 14 Tage) nach befallenen Bäumen abzusuchen.
Käferhölzer können derzeit nur als Abschnitte vermarktet werden. Kleinmengen unter 10 Festmeter sind unbedingt zu messen und auf einen Sammelplatz zu bringen.
Alle befallenen Stämme müssen entweder min. 500 m von dem nächstgelegenen Fichtenwald gelagert, oder entrindet werden. Im Notfall kann auch das Spritzen des befallenen Holzes organisiert werden. Auch die Gipfel müssen unbedingt aus dem Wald verbracht, oder gehäckselt werden. Hierfür gibt es für den betroffenen Waldbesitzer eine finanzielle Förderung des Bayerischen Staates. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Revierleiter oder in der WBV Geschäftsstelle.
Eine Lagerung auf landwirtschaftlichem Grund ist Förderrechtlich unproblematisch, muss aber im Vorfeld beim zuständigen AELF angezeigt werden. Hiefür können Sie folgendes Formular verwenden.
Der Absatz von Käferholz ist weiterhin problemlos möglich. Je frischer die Bäume gemacht werden, desto besser fällt die Sortierung im Sägewerk aus und desto höher liegen die erzielbaren Preise (s. Holzmarkt). Sollten Sie nicht in der Lage sein das Holz selbst aufzuarbeiten, so setzten Sie sich bitte mit uns in Verbindung.
Sollten Sie in einem Jahr größere Mengen Käferholz haben, können Sie diese vorab bei der Finanzverwaltung melden. Damit erhalten Sie einen niedrigeren Steuersatz für Ihre Land- und Forstwirtschaftlichen Einkünfte.
Den aktuellen Waldbrief des Bayerischen Waldbesitzer Verbandes mit neuesten Informationen über den Borkenkäfer erhalten Sie hier.
Weitere Informationen zum Thema Borkenkäfer finden Sie im Internett unter der staatlichen Seite www.borkenkaefer.org